Die Geschichte der gesunden Ernährung – Teil 1

Gesunde Ernährung am Ende des 20. Jahrhunderts

In den Städten wurde die Tradition der städtischen böhmischen Küche, die nun mehr und mehr auch für weniger wohlhabende Bevölkerungsschichten erschwinglich wurde und sich auch auf dem Lande ausbreitete, weiter fortgeschrieben. Auf dem Speisezettel überwogen Rindfleisch, Schweinefleisch und Geflügel. Von gesunder Ernährung aber kann keine Rede sein. Die alltägliche Kost ist voller Fette und schwerverdaulicher Beilagen. Schmalz ist das einzige Fett, das verfügbar ist. Im Zweiten Weltkrieg kommt es zu einem Lebensmittelmangel, und infolge der schlechten Versorgungsorganisation muss die Bevölkerung nicht selten hungern. Jedwede Nahrung ist kostbar. Der Mangel an Eiweiß und Vitaminen in der Nahrung hinterlässt bei der Bevölkerung deutliche Spuren. Im Zweiten Weltkrieg ist die Zusammensetzung der Lebensmittel erheblich eingeschränkt, aber insgesamt funktionierte das Zuteilungssystem gut, sodass Hunger innerhalb der Bevölkerung nicht zu einem Problem wurde.

Die Situation der gesunden Ernährung von 1949 bis 1989

In diesen vierzig Jahren hat sich die Lebensmittelversorgung deutlich verbessert. Beträchtlich erhöht hat sich auch die Produktion von Getreide, vor allem von Weizen. Sehr rasch stieg auch der Verbrauch von Zucker und tierischen Fetten, nur wenig dagegen der Verbrauch von pflanzlichen Fetten. Bezüglich der Fleischproduktion verzeichnete vor allem die Schweinefleischproduktion Wachstumsraten, wozu auch in großem Maße die kleinen Züchter auf dem Lande beitrugen. Subtropische und tropische Früchte wurden nur in begrenzter Anzahl importiert, das gleiche galt für Meeresfische. Die alltägliche Kost war arm an Vitamin C, Vitamin A, Kalzium, Eisen (bei Frauen), Ballaststoffen und Wasser (vor allem bei Frauen und Kindern). Der Speisezettel war ziemlich einförmig und die Kost war alles andere als abwechslungsreich. Einen unverzichtbaren Teil auf dem Speisezettel bilden selbst angebaute Lebensmittel. Die gewöhnliche Kost ist immer noch sehr schwer, andererseits aber werden kaum Lebensmittel verkauft, die schnellen Zucker oder ungesunde Fette enthalten. Fettleibigkeit ist vorerst noch ein Ausnahmephänomen. Das größte Problem bei Männern ist der übermäßige Bierkonsum.

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